Bei der Diskussion um Unternehmen in Deutschland stehen immer wieder die börsennotierten Publikums- gesellschaften im Rampenlicht. Doch was ist mit den vielen -häufig mittelständischen- Familienunternehmen? Tatsächlich bilden diese das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Sie decken 95% der Unternehmenslandschaft ab, tragen mit einem Anteil von etwa 42% maßgeblich zum Umsatz aller Unternehmen bei und stellen dabei 57 % der Arbeitsplätze. Ist es daher nicht an der Zeit, die Hintergründe sowie die Philosophie von Familien- unternehmen näher zu betrachten?
Aus der engen Verknüpfung zwischen Familie und Unternehmen resultiert meist eine besondere Leidenschaft der Familie für ihr Unternehmen. So werden etwa die nachfolgenden Generationen häufig von Kindesbeinen an mit Themen aus dem Unternehmen konfrontiert und bauen dadurch eine prägende, emotionale Bindung zum Familienbetrieb auf. Erwächst aus dieser Leidenschaft für das Unternehmen ein Wettbewerbsvorteil in Form eines emotionalen Mehrwerts oder ein (Leiden schaffendes) Handicap? Lange Jahre war sich die Fachwelt einig, dass sich aus der Inhaberschaft einer Familie mehr Risiken als Chancen ergeben: Vetternwirtschaft, auch im Alter nicht loslassende Patriarchen und Familienstreitigkeiten um Geld und Macht, die auf Unternehmensebene ausgetragen werden, ließen Nicht-Familienunternehmen als die vorteilhaftere Unternehmensform erscheinen.
Über Generationen hinweg erfolgreichen Familienunternehmen, wie etwa dem weltweit führenden Hausgerätehersteller Miele, ist es zu verdanken, dass in der Öffentlichkeit mittlerweile ein verändertes Verständnis vorherrscht. Dennoch bleibt nach dem gerade für viele Familienunternehmen krisengeprägten Jahr 2009 die Frage aktuell, ob eine Einfluss ausübende Inhaberfamilie primär Ressource oder Risiko für ein Unternehmen ist?
Zur Beantwortung dieser und weiterer Fragen wird Herr Dr. Reinhard Zinkann im Rahmen des Themenkreises 2 über die besonderen Anforderungen an die erfolgreiche Führung von Familienunternehmen referieren. Wie gelingt es, die Familie als Ressource für das Unternehmen nutzbar zu machen? Welchen Problemstellungen begegnet der Familienunternehmer typischerweise und wie meistert er diese in der Praxis? Welche Relevanz besitzen Governance Strukturen im Familienunternehmen und welche Anforderungen sind an deren konkrete Ausgestaltung zu stellen?
Dr. Zinkann ist in vierter Generation Geschäftsführender Gesellschafter der Miele-Gruppe. Das Familienunternehmen, das mit mehr als 16.000 Mitarbeitern inzwischen einen Jahresumsatz von 2,77 Mrd. Euro macht, wurde 1899 von Carl Miele gemeinsam mit Dr. Zinkanns Urgroßvater gegründet. Seither befinden sich Anteile und auch Führung des Unternehmens in Hand der beiden Familien. Insofern darf man besonders gespannt sein, wie es Dr. Zinkann gelingt, Konflikte zwischen den beiden Gesellschafterstämmen zu vermeiden und damit den nachhaltigen Erfolg des Unternehmens als Familienunternehmen sicherzustellen. Einen kleinen Überblick darüber könnt Ihr euch schon vorher mit diesem Video verschaffen.
Unser Referent studierte Volkswirtschaft, Betriebswirtschaft, Geschichte, Musikwissenschaften und Philosophie in Berlin, Köln, Freiburg und Harvard. Gemeinsam mit seinem Partner Dr. Marcus Miele erhielt er die Auszeichnung „Familienunternehmer des Jahres 2009“. Darüber hinaus engagiert sich Dr. Zinkann auf vielfältige Art und Weise, u.a. in Aufsichtsgremien, Verbänden und Stiftungen.
by Veronika Bürklin
Bei der Diskussion um Unternehmen in Deutschland stehen immer wieder die börsennotierten Publikumsgesellschaften im Rampenlicht. Doch was ist mit den vielen Familienunternehmen, die häufig (aber nicht immer!) mittelständisch geprägt sind? Tatsächlich bilden diese das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Sie decken 95% der deutschen Unternehmenslandschaft ab, tragen mit einem Anteil von etwa 42% maßgeblich zum Umsatz aller deutschen Unternehmen bei und stellen dabei 57 % der Arbeitsplätze. Ist es daher nicht an der Zeit, die Hintergründe sowie die Philosophie von Familienunternehmen näher zu betrachten?
Aus der engen Verknüpfung zwischen Familie und Unternehmen resultiert meist eine besondere Leidenschaft der Familie für ihr Unternehmen. So werden etwa die nachfolgenden Generationen häufig von Kindesbeinen an mit Themen aus dem Unternehmen konfrontiert und bauen dadurch eine prägende, emotionale Bindung zum Familienbetrieb auf. Erwächst aus dieser Leidenschaft für das Unternehmen ein Wettbewerbsvorteil in Form eines emotionalen Mehrwerts oder ein (Leiden schaffendes) Handicap? Lange Jahre war sich die Fachwelt einig, dass die sich aus der Inhaberschaft einer Familie ergebenden Risiken gegenüber den Chancen überwiegen: Vetternwirtschaft, auch im Alter nicht loslassende Patriarchen und Familienstreitigkeiten um Geld und Macht, die auf Unternehmensebene ausgetragen wurden, ließen Nicht-Familienunternehmen als die vorteilhaftere Unternehmensform erscheinen.
Über Generationen hinweg erfolgreichen Familienunternehmen wie etwa dem weltweit führenden Haushaltsgerätehersteller Miele ist es zu verdanken, dass in der Öffentlichkeit mittlerweile ein verändertes Verständnis vorherrscht. Dennoch bleibt nach dem gerade für viele Familienunternehmen krisengeprägten Jahr 2009 die Frage aktuell, ob eine Einfluss ausübende Inhaberfamilie primär Ressource oder Risiko für ein Unternehmen ist?
Zur Beantwortung dieser Fragen wird Herr Dr. Reinhard Zinkann im Rahmen des Themenkreises 2 über die besonderen Anforderungen an die erfolgreiche Führung von Familienunternehmen referieren. Wie gelingt es, die Familie als Ressource für das Unternehmen nutzbar zu machen? Welchen Problemstellungen begegnet der Familienunternehmer typischerweise und wie meistert er diese in der Praxis? Welche Relevanz besitzen Governance Strukturen im Familienunternehmen und welche Anforderungen sind an deren konkrete Ausgestaltung zu stellen?
Dr. Zinkann ist in vierter Generation Geschäftsführender Gesellschafter der Miele-Gruppe. Das Familienunternehmen, das mit mehr als 16.000 Mitarbeitern inzwischen einen Jahresumsatz von 2,77 Mrd. Euro hat, wurde 1899 von Carl Miele gemeinsam mit Dr. Zinkanns Urgroßvater gegründet. Seither befinden sich Anteile und auch Führung des Unternehmens in Hand der beiden Familien. Insofern darf man besonders gespannt sein, wie es Dr. Zinkann gelingt, Konflikte zwischen den beiden Gesellschafterstämmen zu vermeiden und damit den nachhaltigen Erfolg des Unternehmens als Familienunternehmen sicherzustellen.
Unser Referent studierte Volkswirtschaft, Betriebswirtschaft, Geschichte, Musikwissenschaften und Philosophie (!) in Berlin, Köln, Freiburg und Harvard. Im vergangenen Jahr erhielt er von der INTES Akademie für Familienunternehmen gemeinsam mit seinem Partner Dr. Marcus Miele die Auszeichnung „Familienunternehmer des Jahres“ . Darüber hinaus engagiert sich Dr. Zinkann auf vielfältige Art und Weise, u.a. in Aufsichtsgremien, Verbänden und Stiftungen.